$GLOBALS['TSFE']->no_cache = 0

Die Schule kann kommen

  • Newsletter
  • Kontakt/Impressum

Gefahren im Internet

Die aktuellen Presse-Meldungen über sexuelle Gewalt gegenüber Jugendlichen im Internet in den letzten Wochen haben uns veranlasst dieses Thema auch auf unserer Homepage zu behandeln. Frau Beate Schöning, Journalistin und Vorsitzende NetKids e.V., hat erschütternde Fakten zusammengetragen. Wir wollen mit dieser Veröffentlichung dazu beitragen Sie als Eltern und Lehrer über die Gefahren des Internets aufzuklären und auch wachzurütteln.

Gefahren im Alltag des Internets

In Schulen, zu Hause, bei Freundinnen und Freunden oder auch im Net-Café - überall sind Kinder und Jugendliche heute "im Netz". Meist unbeaufsichtigt, meist allein, gehen sie nicht nur auf Recherche für ihre Hausaufgaben - sondern auch in den Chat. Allzu leicht werden sie dort - aus Unkenntnis Opfer pädosexuell veranlagter Menschen - Männern und Frauen.
Tausende Kinder und Jugendliche werden täglich im Internet verbal missbraucht, erhalten unaufgefordert pornographisches Bildmaterial zugesandt, sie werden zu Treffen animiert und für "Fotoshootings" angeworben.

Potentielle Täter suchen Kontakt über Chat-Räume und Email-Nachrichten

Im Gegensatz zu früher, als Pädosexuelle noch im Geheimen operieren mussten, können sie sich heute frei im Internet 'entfalten'. Unter anderem in einschlägigen Kinderchat-Räumen finden sie das von ihnen gesuchte 'menschliche Material', das sie zur Umsetzung ihrer Phantasien benötigen und benutzen.
Neben den einschlägigen "Kinderchat-Räumen" wird Kontakt auch via E-Mail oder des sogenannten Messengers (Telegramm, ICQ, Flüsterfunktion), dem Zwiegespräch geknüpft. Oft filtern die Täter ihre Opfer über bestimmte Suchkriterien (je nach Anbieter) heraus. Die Anzahl derer, die täglich im Internet missbraucht werden, lässt sich kaum realistisch einschätzen. Hochgerechnet wird man jedoch von mehreren tausend Opfern in 24 Stunden ausgehen dürfen. Die Täter kennen keine Grenzen im täglichen Missbrauch ihrer oft sehr jungen Opfer.

Polizei und Gerichtsbarkeit haben wenig Erfolg

Polizei und Gerichtsbarkeit haben kaum Möglichkeiten, dieser Art von Missbrauch entgegenzuwirken. Meist fehlt es schon an der notwendigen technischen und rechtlichen Ausstattung. Eine unbedeutende Anzahl Polizeibeamter (ca. 44 deutschlandweit) darf überhaupt nur "anlassunabhängig" im Internet recherchieren. Gerichte bleiben, wird tatsächlich einmal ein Täter gefasst, oft unter dem Strafmaß, das angesichts der Tragweite der Tat angebracht wäre. Die Gesetzgebung ist in unserem Land auf diese Art der Kriminalität nicht eingestellt. Auch die angestrebte Novellierung des Sexualstrafrechts geht auf die Probleme im Internet kaum ein. Sichere technische Möglichkeiten, die eine Kontaktaufnahme vom Täter zum Opfer verhindern könnten, gibt es bislang nicht. Auch Schutzfilter / Filterprogramme sind hier nutzlos.

Jugendliche Chat-Opfer auch in Deutschland

Auch in Deutschland sind seit dem Jahr 2000 jugendliche "Chat-Opfer" nachzuweisen. Leider kommt es aus rechtlichen Gründen oft gar nicht zur Anzeige. Die Dunkelziffer ist dementsprechend hoch. Nicht zu verachten und mit besonderem Augenmerk zu betrachten ist auch der Anteil männlicher jugendlicher Opfer.

Prävention als einziges Instrument gegen sexuellen Missbrauch

Der Handel und Tausch mit kinderpornografischem Bild- und Videomaterial verzeichnet in den vergangenen Jahren rasante Zuwächse. Immer mehr Täter brechen aus der Sammler- und Händlerebene aus und machen sich auf die Suche nach dem reellen Erlebnis. In den vergangenen zwei Jahren geht man in der "Szene" vermehrt dazu über, sich mit Kindern / Jugendlichen möglichst schnell nach der ersten Kontaktaufnahme zu treffen.
Angesichts der Tatsache, dass die Tätergruppe in ihrer Entwicklung bereits sehr weit fortgeschritten scheint, die Opfer im Gegensatz dazu jedoch bisher weitestgehend ungeschützt sind, hält NetKids die Prävention für das einzige zur Zeit machbare Instrument, um gegen den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen etwas zu unternehmen. Meist arglose Eltern müssen ebenso aufgeklärt werden, wie Lehrer und andere, die mit Kindern im Internet arbeiten. Zudem muss dringend mit Kindern und Jugendlichen zum Thema präventiv gearbeitet werden.

Das Internet ist ein buntes Wonderland, in dem jeder in jede Rolle schlüpfen kann.

Am wichtigsten ist es, dass man sich bewusst macht, dass das Internet eine völlig irreale Welt sein kann. Am ehesten findet man diesen irrealen Zustand in den Chats oder den hierzu bekannten Nebengesprächen (ICQ, Messenger, Flüsterfunktion, Telegramme). Keine Angaben anderer können überprüft werden. Versandte Bilder müssen nicht den Gesprächspartner darstellen. Wohnort, Beruf, Lebensumstände... alles kann erlogen sein.
Im Chat oder auch den Zweigesprächen kann jeder jede Rolle annehmen, die nichts mit der realen Welt gemein haben muss. Wichtig ist, das eigene Bewusstsein auf diese Tatsache einzustellen, wenn man sich in der Chatwelt bewegt.


Nachfolgend werden Ihnen einige grundlegende Begriffe der Chat-Welt erläutert:

Screen: Sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder gilt: Es sollte sich grundsätzlich ein "screen" (Name) zugelegt werden, der keine Rückschlüsse auf die eigene Person zulässt.

Profil/Visitenkarten: Wenn ein Provider (Anbieter) die Möglichkeit bietet, sich ein sogenanntes Profil oder eine Visitenkarten zuzulegen, dann sollten Sie auch hier keine Angaben machen. Sie sind mit hier gemachten Angaben nicht nur von anderen Usern (Nutzern) herausfilterbar, sondern Sie geben so vielleicht Dinge von sich preis, die andere nichts angehen.

Chatten: Chatten nennt man die Unterhaltung mit anderen im Internet - ganz vereinfacht erklärt. Chatten lässt sich in von unterschiedlichen Anbietern eingerichteten Chaträumen (Foren) oder auch im sogenannten "Telegramm/Flüstergespräch" (hierzu benötigt man die "Messenger"-Funktion: T-online, Yahoo, AOL und andere bieten diese Funktion kostenlos im Zusammenhang mit ihrer jeweiligen Zugangssoftware an).

Chatraum: In einem Chatraum können sich je nach Anbieter unterschiedlich viele Personen auf einmal "unterhalten". Man schreibt kurze Sätze in ein hierfür vorgesehenes Feld und schickt diese - meist per Entertaste - in den Raum. Alle anderen in diesem Chatraum befindlichen Personen können die von allen anderen in den Raum geschickten Sätze mitlesen und entsprechend antworten.
Im realen Leben ist eine solche Unterhaltungsform weitestgehend unmöglich, da man nicht 20 Personen auf einmal zuhören kann. Im Chatraum ist das durch das Mitlesen aller in den Raum gesandten Sätze kein Problem. Und noch etwas unterscheidet sich gravierend von einer Unterhaltung im realen Leben: Keine von anderen gemachten Angaben können überprüft werden - jede und jeder kann hier eine völlig andere Persönlichkeit annehmen!
Chaträume für unterschiedliche Zielgruppen und Altersklassen bieten mittlerweile sämtliche Provider (Anbieter), Fernsehsender und einzelne Sendungen oder auch Spielzeughersteller an. Eigene Chaträume oder Foren können teilweise auch von Mitgliedern der unterschiedlichen Anbieter geschaffen werden. Diese Chats existieren dann nur so lange, bis der oder die letzte den Raum 'verlassen' hat.

Messenger/ICQ/Telegramm: Eine Unterhaltung via Messenger / ICQ / Telegramm führen, im Gegensatz zum Chatraum, zwei Gesprächspartner bzw. Gesprächspartnerinnen. Vergleichbar ist diese Art der Kommunikation mit einem Telefongespräch. Zum Schreiben in der Telegrammfunktion öffnet sich ein spezielles Fenster in das man, ähnlich wie im Chatraum, hineinschreiben kann. Neben dem Chatraum lässt sich so - gleichzeitig - auch in einem oder mehreren Zwiegespräch(en) kommunizieren.
Die Messengerfunktion erlaubt es bei manchen Anbietern auch sogenannte Webcams (Internetkamera) anzuschließen oder per Voice (Sprachmeldungen, wie Telefonat) zu kommunizieren.

Was sollten Sie abschliessend beachten:

  • Sie sollten Kinder bzw. Jugendliche im Internet nicht sich selbst überlassen
  • Ihnen sollte das Zugangspasswort bekannt sein
  • Sie sollten sich ein stetiges Interesse an der Chat-/Internetwelt erhalten